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Fotografieren bei Nacht

Du bist gerade unterwegs und hast nur Deine Kamera dabei ohne weiteres Equipment? Es wird dunkel und du entdeckst ein lohnenswertes Motiv? Du fragst Dich gerade, wie Du dann solche Aufnahmen wie diese hinbekommst?


"Lerne die Grundlagen der Fotografie"


Um dir das zu erklären, muss ich Dich zunächst mit etwas Theorie nerven. 

 

Das A und O bei der Fotografie ist die richtige Belichtung Deines Bildes. Zu wenig Licht führt zu dunklen Bildern, zu viel Licht zu überbelichteten Bildern. Das leuchtet Dir sicher ein (witziges Wortspiel). Entscheidend für ein korrekt belichtetes Bild ist also die Lichtmenge, die durch das Objektiv Deiner Kamera auf den Sensor fällt. 

 

Wenn Du noch Anfänger in der Fotografie bist, betreibst Du Deine Kamera vermutlich im Automatikmodus. 

In dieser Einstellung berechnet Deine Kamera die für Dein Bild notwendige Lichtmenge anhand mehrerer Faktoren. Einer davon ist die Belichtungszeit. Im Automatikmodus wird Deine Kamera nun eine Belichtungszeit wählen, die kurz genug ist, damit es zu keiner Verwackelung des Bildes führt. Eine kurze Belichtungszeit bedeutet aber noch weniger Licht. Diesen Umstand macht Deine Kamera wett, indem sie den Blitz hinzu schaltet. Wenn Du jetzt ein Foto machst, wirst Du enttäuscht sein. Dein Bild ist zwar scharf, aber der Hintergrund "säuft" im Dunkel ab. 

 

Daher deaktivieren wir jetzt den Blitz. Doch ohne Blitz muss das nun wieder fehlende Licht mit einer längeren Belichtungszeit kompensiert werden. 

 

Und so kam ich bei diesem Bild auf eine Belichtungszeit von 13s. Mit einer so langen Zeit ist es nicht mehr möglich, ein scharfes Bild aus der Hand zu fotografieren. Das Ergebnis ist aber ein bis in den Hintergrund gleichmäßig belichtetes Bild.

 

 

Und hier die immer anwendbare Lösung für korrekt belichtete Bilder bei langen Belichtungszeiten:

  1. Suche Dir zunächst die Position, aus der Du das Motiv fotografieren willst (richtige Perspektive).
  2. Nun wähle an Deiner Kamera die Einstellungen. In meinem Fall war es eine Belichtungszeit von 13s. 
  3. Halte nun in der Nähe Deiner Position Ausschau nach einer geraden, ebenen Fläche, auf der Du die Kamera ablegen kannst. Dafür bietet sich immer der Boden an. Diese Perspektive war mir jedoch zu tief, so dass ich die Kamera auf meinen Kamerarucksack legte.
    Nachteil: Der Rucksack gibt etwas nach und es ist mitunter schwer, eine stabile Position für die Kamera zu finden. Hier wirst Du mehrere Aufnahmen machen müssen, um zu einem guten Ergebnis zu gelangen. 
  4. Stelle nun an Deiner Kamera den Selbstauslöser ein (z.B. 10s). Das hat den Vorteil, dass die Verwacklung, die Du beim Auslösen erzeugen wirst, nicht mit aufgenommen wird.
  5. Und nun löse aus, warte und betrachte das Ergebnis. Zoome dabei in Dein Bild hinein und überzeuge Dich davon, ob es scharf genug ist, oder ob immer noch Verwacklungsunschärfe zu sehen ist.
  6. Mache weitere Aufnahmen, um sicher zu stellen, dass Du ein brauchbares Bild im Kasten hast.

Profitipp: 

Wenn Du bereits im Vorfeld weißt, dass Du Nachtaufnahmen machen willst, empfehle ich Dir ein Stativ für Deine Kamera. Damit bist du flexibler und brauchst weniger zu experimentieren. Zusätzlich rate ich Dir zu einem Fernauslöser. Das spart Dir die Wartezeit, bis der eingestellte Selbstauslöser Deiner Kamera auslöst.

 

Wenn Dir diese kleine Lektion Spaß gemacht hat, freue ich mich über Deinen Kommentar. 

Wünschst Du Dir bestimmte Themen? Dann schreibe mir und ich versuche Deinen Vorschlag bei meinen nächsten Artikeln zu berücksichtigen. 

 


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